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Ein Reisebericht

Tag 1 - Donnerstag, 28. Juni 2007


Der Wecker klingelt, es ist 5:30 und das Wetter ist windig, aber schön. Normalerweise würde ich am heutigen Datum ausschlafen und den Kaffee ans Bett gebracht bekommen, denn es ist mein Geburtstag. Aber heute muss ich früh raus, denn morgen geht die Fähre, 18 Uhr ab Zeebrügge.Fertig gepackt, bereit zur Abfahrt Und die Gäste kommen um 7 Uhr. Es hat ein wenig gedauert, bis den Gästen klar wurde, dass ich "7 Uhr morgens" meinte, als ich sie einlud.

Pünktlich stehen dann tatsächlich meine jüngste Tochter, meine älteste Tochter und unsere alte Freundin Luise vor der Tür. Ich hatte mir zum Geburtstag eine Salami gewünscht, eine von der Sorte, die schön hart ist und lange hält - zum Mitnehmen. Kurze Zeit später: Salami satt - bis Weihnachten.

ich fahre wegUm 8 sind wir mit Frühstücken fertig und die beiden Kinder verschwinden wieder. Ich packe meinen Roller. Ich habe schon oft schwere und auch sperrige Dinge mit ihm transportiert, aber so wie heute habe ich ihn noch nie beladen. Es ist aber auch das erste Mal, dass ich mit meinem Roller eine Strecke von mehr als 400 km fahren will. Premiere ebenso: ich fahre das erste Mal allein in den Urlaub. Als Kind war Urlaub mit der Familie angesagt, als Jugendlicher mit der Jugendgruppe, danach war ich natürlich mit der Freundin unterwegs. Und als Familienvater war wieder die Familie dran, diesmal die eigene. Ich musste also ein gutes halbes Jahrhundert alt werden, um "Allein im Urlaub" zu erleben.

PolizeistempelUm halb 10 bin ich fertig und düse ab, zuerst mal zur Polizei. Dort lasse ich mir auf der Wache in meinem Tagebuch den aktuellen Kilometerstand bescheinigen. Allerdings verschreibt sich der Freund und Helfer und der Eintrag sieht danach wie selbstgefälscht aus: 24499 bzw. 23499 km steht dort unter dem Polizeistempel. Egal, meine Tank- und sonstigen Kilometerstände werden den richtigen Eintrag schon klarstellen.
Fähre Wiltshausen
Dann geht es richtig los, ab in Richtung holländische Grenze über die Dörfer. Eine halbe Stunde später bin ich an der Fähre Wiltshausen und enttäuscht. Denn die Fähre kann mich wegen Hochwassers nicht über die Jümme bringen. Hier muss ich erwähnen, dass meine Reisepläne eine ganze Menge Fähren beinhalten und ich eigentlich eine ganze Bilderserie "Mein Roller und ich auf Fähren" machen will. Die Serie fängt ja gut an ...

Weiter geht es Richtung Westen. Das ist auch die Richtung, aus der der Wind kommt. In Oldenburg war er schon heftig, aber in der baum- und strauchlosen Gemüsewüste jenseits der Grenze bläst er mir ungehemmt direkt von vorn ins Gesicht. Windstärke 8 sorgt dafür, dass ich einerseits nicht schneller als 65 fahren kann, andererseits lärmt er in meinem Jethelm dermaßen, dass ich nichts anderes höre. So kann ich auch nicht feststellen, ob der Roller irgendwas hat oder will und muss mich darauf verlassen, dass alles in Ordnung ist. Und das am ersten Tag ...

Die Lorenz-SchleusenDie Gegend hier ist für mich nicht besonders interessant, ich kenne sie von Dienstreisen und ich bin diesen Weg schon als 17-jähriger in Begleitung eines Freundes mit dem Fahrrad gefahren. Viel mehr Aufmerksamkeit muss ich darauf verwenden, Straßen zu finden, die nicht Autobahn sind und doch Richtung Westen führen. An einer Stelle fahre ich 10 Kilometer an einem Kanal entlang und dann ist die Straße zu Ende – zurückfahren ist angesagt. Ab da nehme ich die Bundesstraße. Am Abschlussdeich des Isselmeeres verlasse ich sie aber und fahre auf dem Fahrradweg weiter. „Bromfietsen“ (wörtlich: Brummfahrräder, also Mopeds oder Mofas) dürfen hier ebenfalls fahren und mein Roller brummt ja auch. Durch die Fahrt auf dem Radweg kann ich immer mal wieder an den wenigen halbwegs interessanten Orten anhalten, das macht die Passage auf dem ansonstenZeltplatz Egmont öden, ewig langen geraden Damm ein wenig angenehmer. Eine Erfahrung von meiner Radtour.

Gegen halb acht bin ich wie geplant in Egmont an Zee und schlage mein Lager auf dem dortigen Zeltplatz auf. 28 Euro kostet ein Stück Rasen mit Duschenbenutzung, es wird am Ende der Reise der weitaus teuerste Zeltplatz sein.

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