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Ein Reisebericht

Tag 24 - Samstag


Das mit der Morgentoilette ist hier ganz einfach: man sucht sich draußen eine Stelle, wo die Schafe noch nicht ihr Geschäft verrichtet haben und verrichtet seins. Anschließend geht man mit der Seife und der Zahnbürste zum Bach. Sehen kann das niemand, denn im Umkreis von 3 Meilen lebt keine Menschseele. Touristen kommen vorbei, aber die kann man dank des geraden Wegs buchstäblich meilenweit sehen. Außerdem hört man sie schon von sehr weit, selbst wenn sie leise sind (siehe gestern).

Als ich mein Kaffeewasser hole, sehe ich zwei junge Frauen den Weg hoch kommen. Aber wahrscheinlich sehe ich wie ein potentieller Vergewaltiger aus, deswegen beantworten sie nicht mal meinen Gruß und hasten weiter. Später bin ich gerade am Gepäck verzurren, da kommen zwei Mountainbikefahrer vorbei - Vater und Sohn - die zurückgrüßen und auf einen kurzen Schnack anhalten. Bei dem üblichen woher und wohin erwähne ich, dass ich gern mal probieren würde, der Militärstraße nach Fort Augustus zu folgen, aber da rät der Vater mir sofort ab. Er kenne den Weg und selbst, wenn man ein Mountainbike benutze, müsse man streckenweise absteigen und schieben. Also gut: ich fahre zurück und auf der normalen Straße weiter zum Loch Ness.

Am Loch NessSchon um 2 Uhr nachmittags bin ich in Fort Augustus. Zuerst ist das Pflichtfoto dran: ich suche mir die Stelle, an der man lang über das Loch Ness sehen kann und zu meiner Überraschung stehen dort keine Büsche am Ufer. Nur dort nicht! Ob das wohl für die Fotos so gemacht worden ist? Die Tourist-InfoDanach noch das Ortszentrum anschauen, in diesem Dorf ist das nicht die Kirche oder das Rathaus, sondern Der Parkplatz an der Tourist-Infodie „Tourist Information“ mit dem Riesen- parkplatz auch für viele Busse. Nessi und Klein-NessiGleich daneben befindet sich die Schleuse des Caledonischen Kanals, der durch Schottland den Atlantik mit der Nordsee verbindet. Und hier finde ich Nessi, merkwürdigerweise mit einer Klein-Nessi, von der ich noch nie gehört habe.
Die Schleuse




Nessi ist überall




Ich suche und finde den Campingplatz, baue das Zelt auf und mache mich auf den Weg nach Urquhart Castle, wohl das Zentrum der schottischen Geschichte und damit ein Muss für Touristen, so wie der Binger Mäuseturm für Japaner. Und die sind dann auch hier, genau wie Spanier, Araber, Touristen aus aller WeltAmerikaner, Östereicher usw. und alle unterstützen die Fotoindustrie wie verrückt. Hier nimmt man Eintrittsgeld und ich zahle, denn diese Ruine gehört zum Pflichtprogramm jedes Reisenden hier oben.Urquart Castle

Aus Wikipedia:

„Etwa 1230 erbaut, zählte die Burg zu den größten in Schottland. 1296 wurde sie von den Engländern eingenommen, fiel dann aber unter die Kontrolle von Robert the Bruce, nachdem dieser schottischer König wurde. Die letzte Garnison verließ die Burg 1692, die fortan dem Verfall überlassen wurde. In den 1930er Jahren erwarb ein Mr Chewett die Ruine. Heute gehört sie "Historic Scotland" und kann für 6,50 Pfund (Erwachsener) besichtigt werden. Die Ruine ist etwa über 800 Jahre alt. Urquhart Castle ist ein beliebter Aussichtspunkt über Loch Ness und für Nessie-Beobachter. Sie ist auf verschiedenen Nessie-Bildern zu sehen. Die Ruine ist besucherfreundlich mit einem informativen Multimediacenter ausgestattet. Es ist einer der ältesten Ruinen in ganz Schottland.“

Abends am Zelt: wettermäßig war der Tag in Ordnung, erst schien die Sonne, am Nachmittag hat die Bewölkung zugenommen, jetzt ist der Himmel schwarz von dunklen Wolken und die ersten Tropfen fallen. Ich schreibe mir den Kilometerstand auf: 27490 km und somit habe ich 4000 Kilometer seit meiner ersten Abfahrt hinter mir- und mir fällt ein, dass ich ja jetzt mein "Ziel" erreicht habe: mit dem Roller zum Loch Ness fahren!


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