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Zündapp Bella

Hartmut und seine Bella


Meine Ausbildung fand 1976/77 in Köln statt und als ich das erste Mal dort ankam, stellte ich als Kind vom Dorf verblüfft fest, das es tatsächlich Gegenden auf dieser Welt gibt, wo nicht ganz klar ist, was man mit Autos macht, wenn man sie gerade nicht benutzt. Luft rauslassen und in die Tasche stecken geht nicht, wäre aber sicherlich in solchen Städten das sinnvollste, denn Parkplätze in der Stadt sind sparsam gesät. Wenn man mal einen gefunden hat, von dem das Erreichen des trauten Heims zu moderaten Konditionen möglich ist, dann lässt man sein Auto dort - am Besten für immer!

Mir war also spätestens nach der dritten Parkplatzsuche klar, dass ein motorisiertes Zweirad hermusste und diesen Gedanken teilte ich auch einem Freund mit, der mir von seinem Problem erzählte - es war das gleiche, wie meins: die Parkplatzfindung. Und dann fiel ihm ein, dass ein Freund von ihm in Essen einen Roller besaß, nicht mehr gut in Schuss, ziemlich "durchgegeigt" wegen irgendwelcher pubärtärer Anfälle.

Ich sah mir den "Hobel" an und drückte spontan auf den Zündschlüssel: der Motor sprang sofort und ohne Widerrede an und lief problemlos ohne schmerzende Geräusche. 300 DM später gehörte die Zündapp Bella 203 Baujahr '58 mir.

Das war der Beginn einer zeimlich langen Beziehung zwischen "Mensch und Maschine", ausdauernder als die meisten "Mann und Frau"-Verbindungen heutzutage. Denn die Bella hat sich im Gegensatz zu Menschen nicht wesentlich geändert. Sicher, sie ist älter geworden und das sieht man ihr auch an, aber das, was sie bei meinem ersten Kontakt mit mir gemacht hat, das tut sie heute noch nach über 30 Jahren und gut 170 000 Kilometern und das liebe ich so an ihr:

Sie springt immer sofort an! Und sie läuft immer, sie ist erst einmal stehengeblieben: gerissener Gaszug - 22 Jahre alt.

Egal, wie kalt oder warm es ist, wie nass oder trocken, obwohl ich ihr wenig Pflege angedeihen lasse. Hauptsache, ich mache das notwenigste: alle paar Jahre zwei neue Batterien, eine neue Kette, etwas Öl, ein bischen Fett, mal 'ne neue Zündkerze und immer genug Zweitakt-Sprit.

Das war es. Fast! Denn über die Jahre verschleißen ein paar Dinge, an die ich früher keine Gedanken verschwendet habe. Das ist wie beim Menschen: Wer denkt schon als 20jähriger an Haarausfall oder Rückenschmerzen, Potenzprobleme oder quietschende Knie. Wenn man dann 50 ist, dann ...

50 ist die Bella jetzt auch fast und ich muss in der letzten Zeit ein paar Wehwehchen heilen, die schlicht auf das Alter und den täglichen Gebrauch zurückzuführen sind. Und von diesen Verschleißerscheinungen will ich hier erzählen, sie mit Bildern illustrieren, gedacht als Hilfe für alle, die mit ihrer Bella noch lange zusammensein wollen und auch für die, die eine zerbrochene Beziehung wieder aufarbeiten wollen. Eine Art Therapie ???

Genug gesülzt, jetzt geht es sachlich weiter!

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