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Technikwissen für Nichttechniker

Fernsehempfang

Update vom 1.3.15


"Ich habe Kabel, das geht schon"

Das sagen viele und zahlen ohne Murren mehr als 200 Euro im Jahr. Und nehmen die miese Qualität in Kauf. Kaum zu glauben ...

Ich will hier mal ein paar Dinge erzählen, die man einfach wissen sollte, wenn man sich Gedanken darüber macht, wie das Programm ins Haus kommt, was es kostet und wie dabei die Qualität des Fernsehbildes ist. In den Anstalten gibt man sich unheimlich viel Mühe, um ein 100-prozentiges Signal zu erzeugen, aber was davon ankommt, ist ziemlich heftig vom Empfangsweg abhängig. Ich spreche hier nur von den Möglichkeiten, Bilder auf den Fernseher zu bekommen, nicht vom Computer.

Empfangsarten

1.) analog

kommt das Fernsehsignal noch über das Kabel ins Haus. Analoge Receiver gibt es nur noch für Kabel-TV (siehe unten) in Fernsehern und ansonsten einzeln nicht mehr zu kaufen.
Analog ist out ...

Das analoge Signal hat einen gravierenden Vorteil: man kann es sogar noch ansehen, wenn der Empfang mies ist. Es fängt dann an zu rauschen, aber das Bild ist noch sichtbar. schlechter analoger Empfang

Es hat aber auch einen für uns Verbraucher nicht sichtbaren Nachteil: Das Signal belegt ziemlich viel Platz im Frequenzbereich für Fernsehsignale. Wenn man den Platz mit digitalen Signalen füllt, kann man 4 Programme unterbringen. Und weil ja sehr viele Programmanbieter beim Verbraucher ankommen wollen, ist das Gedränge groß. Besonders im Kabelnetz geht es zu wie auf der A 1 zur Hauptreisezeit. Analog hat auch noch einen sichtbaren Nachteil: das Signal ist unscharf, besonders im Kabelnetz.

2. digital

kommt das Fernsehen über das Kabel, die "normale" Antenne, die Satellitenschüssel und die DSL- Leitung bei uns an. Diese Empfangsmöglichkeiten haben Kurzbezeichnungen:

Das digitale Fernsehen hat einen großen Vorteil für die Anbieter: es passen etwa 4-mal soviel Programme in den gleichen Frequenzbereich. Ob das für uns Verbraucher ein Vorteil ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich finde, dass 500 Erotik-Kanäle entschieden zu wenig sind ...

Für den Sehgenuss hat das digitale Signal zuerst einmal einen sichtbaren Vorteil: das Bild erscheint schärfer, weil es für jeden Bildpunkt eine eindeutige Information gibt und nicht irgendeine verwaschene Andeutung. Allerdings: wenn der Empfang nicht so doll ist, dann ergibt das Bilder auf dem Schirm, die man nicht mehr ansehen mag. Die meisten Fernseher schalten schon vorher den Bildschirm schwarz und melden "Schlechtes Signal". Das folgende Bild war eine echte Herausforderung für mich: schlechter digitaler Empfang

Das Problem

beim digitalen Signal ist der Datenstrom. Denn es gilt:

Wenn die Steckdose unter Spannung steht, bringt das keinen Fernseher zum Laufen, Wenn auf der Wasserleitung Druck ist, löscht das noch kein Feuer. Wenn sich im Tank Sprit befindet, fährt das Auto noch keinen Meter:

Die Sachen müssen strömen, dann erst passiert was !

Und das gilt auch für die Daten, sie müssen strömen (engl.=streamen), damit überhaupt was passiert. Und je mehr Daten strömen, desto mehr kann im Film passieren. Beim Feuerlöschen und dem Sprit ist das offensichtlich, beim Fernsehen muss man sich den Unterschied einfach mal ansehen, um zu merken, was das heißt.

Deshalb hier mal ein kurzer Filmausschnitt aus Big Buck Bunny, den ich verkleinert habe (das Orginal ist Full-HD). Links ist der Film in guter Qualität zu sehen, rechts mit stark verminderter Qualität. Die Datei links ist 10 MByte groß, die schlechtere Version nur 2,5 MByte, d.h. es fließen rechts 4-mal weniger Daten als bei der linken Version.

Bunny in guter Qualität Bunny in schlechter Qualität

Viel Spaß beim Anschauen!

Ausschnit aus der TV-Vorschau-WDR

Und jetzt noch zwei Beispiele a 20 Sekunden, die von öffentlich-rechtlichen Sendern über den Satelliten gegangen sind, beide waren als "HD" ausgezeichnet. Die beiden Dateien sind größer als 20MByte, deswegen bitte mit der rechten Maustaste auf dem eigenen Rechner abspeichern und dann mit dem Lieblingsvideoprogramm in voller Größe ansehen.


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