Reise rund Jütland

Die Reisen von Karin + Hartmut

Die Reise rund Jütland Frühjahr 2019 mit Kater

Tag 13

Heute morgen scheint zum ersten Mal die Sonne nur kurz beim Aufstehen um 8 und ist dann für den Rest des Tages kaum noch mal zu sehen. Dafür ist der Wind nochmal um ein wenig heftiger geworden. In jeder normalen Zeitung wäre wahrscheinlich von "Orkan" die Rede. Die Temperatur: keine 2 Grad morgens. Gefühlte Temperatur: -10 Grad.

Bevor wir abfahren, fotografiere ich erst noch eine "Fundsache" im Sanitärgebäude:

Themostatventil allein
Thermostatventil nah

Unser erstes Ziel: der Leuchtturm Hirtshals Fyr gleich neben dem Campingplatz. Diesmal darf der Kater mit. Allerdings besteigen wir den Turm nicht, es ist uns unten rum schon zu windig.

Leuchturm Hirtshals
Leuchturm Hirtshals mit Bernstein

Nächstes Ziel: das Bunkermuseum Hirtshals gleich nebenan. Auch diesmal darf Bernstein mitkommen. Das Bunkermuseum ist ein kleiner Teil einer riesigen Anlage, die im zweiten Weltkrieg hier an der dänischen Küste gebaut wurde. Deswegen bekommen wir immer nur "Häppchen" zu sehen.

Bunkermuseum Hirtshals 1
Bunkermuseum Hirtshals 2

Ebenfalls in Hirtshals befindet sich das Nordsee Oceanarium. Eine Art Informationszentrum über die Nordsee, deren Inhalt und wie man dessen habhaft wird. Bekannt ist es vor allem durch das große Aquarium, in dem auch zwei große Mondfische leben. Die werden jeden Tag um 13:00 Uhr gefüttert - per Taucherin.

Hirtshals Oceanarium 1
Hirtshals Oceanarium 2
Hirtshals Oceanarium 3
Hirtshals Oceanarium 4
Hirtshals Oceanarium 5
Hirtshals Oceanarium 6
Hirtshals Oceanarium 7
Hirtshals Oceanarium 8
Hier kann man per Joystick Raubfische arme unschuldige Heringe jagen lassen
Hirtshals Oceanarium 9
Und Seehunde und Kegelrobben gibt es auch

Weiter geht es einige Kilometer weiter zum Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr.

Aus Wikipedia: "Am 27. Dezember 1900 wurde an der Küste von Rubjerg hinter einer damals nur zwei bis drei Meter hohen Düne das Fyr, der 23 m hohe Leuchtturm, zusammen mit vier Nebengebäuden (den Wärterhäuschen) eingeweiht. Er sandte alle halbe Minute einen langen weißen Lichtstrahl und anschließend zwei kurze Blitze aus. Dieses Signal konnte bis zu 42 km weit wahrgenommen werden.

Ab den 1910er Jahren blies der Wind große Mengen Sand von der Steilküste herauf, und die eigentliche Düne bildete sich auf dem schmalen Streifen zwischen dem Leuchtturm und dem Meer. Der Sand drang zwischen den Wärterhäuschen ein, verschüttete einen Brunnen und machte den Küchengarten unfruchtbar. Schon zu diesem Zeitpunkt wurden dutzende Fuhren Sand weggefahren. In den 1950er Jahren gruben Bauunternehmen ohne Erfolg große Mengen Sand von der Spitze der stetig wachsenden Düne ab.

Rubjerg Knude wanderte vom Wind getrieben weiter und erreichte schließlich eine Höhe von etwa 50 m. Damit war der Leuchtturm vom Meer aus nicht mehr zu sehen. Der Betrieb wurde am 1. August 1968 eingestellt.

Das Sandtreiben sollte durch Kiefernzweige, die in die Düne gesteckt wurden, aufgehalten werden. Dies hatte nur zur Folge, dass noch mehr Sand festgehalten wurde und die Düne höher wurde. Eine Bepflanzung mit Strandhafer konnte das Wachstum nicht weiter aufhalten. Nachdem alle Versuche, der Wanderdüne Einhalt zu gebieten, gescheitert waren, beschloss die dänische Regierung Anfang der 1990er Jahre das gesamte Gebiet unter Naturschutz zu stellen und den Sand frei wandern zu lassen. 1994 und 1996 wurden die Dächer zweier Gebäude entfernt, weil die Gefahr bestand, dass diese unter dem Gewicht des Sandes einstürzen könnten, wobei Menschen hätten zu Schaden kommen können. Im Januar 2003 wurde vom vierten und letzten Haus das Dach abgenommen. Dabei war der Leuchtturm selbst weniger tief im Sand versunken. Durch Abwinde an den Turmfassaden bildete sich um den Sockel eine zunächst kleine Kuhle, welche sich mit den Jahren zu einer bis zu zehn Meter tiefen Mulde entwickelt hat (→Windkolk). 2004 kam das erste Nebengebäude wieder zum Vorschein, auf Grund der Sandlast weitgehend zerstört. Die Düne wandert Richtung Nordost und flacht sich dabei mit den Jahren ab. Den Leuchtturm hat sie mittlerweile vollständig passiert. Von den Nebengebäuden sind nur noch lose Ziegelsteine vorhanden; eine kleine Betonmauer wurde zur Stabilisierung der Abbruchkante errichtet. Der Turm selbst wird vermutlich innerhalb der nächsten acht bis zehn Jahre die Steilküste hinabstürzen, da sich der Küstenabbruch in den letzten Jahren verdoppelt hat und derzeit rund fünf Meter jährlich beträgt."

2016 wurde eine neue Treppenanlage eingebaut, so dass der Turm wieder bestiegen werden kann. Wer das noch machen möchte, der sollte sich beeilen. Für alle anderen hier die Bilder von Frühjahr 2019.

Rubjerg Knude Fyr 1
Der Turm aus 2 Kilometer Entfernung
Rubjerg Knude Fyr 2
Es ist eine sehr windige Gegend hier
Rubjerg Knude Fyr 3
Rubjerg Knude Fyr 4
Normaler Anblick von der Landseite aus
Rubjerg Knude Fyr 5
Und von der Seite am Rand der Steilküste
Rubjerg Knude Fyr 6
Die Installation ist dreieckig, im Inneren der Treppe steht ein Kaleidoskop senkrecht
Rubjerg Knude Fyr 7
Blick im Inneren nach oben
Rubjerg Knude Fyr 8
Das obere Ende
Rubjerg Knude Fyr 9
Rubjerg Knude Fyr 10
Rubjerg Knude Fyr 11
Blick oben nach Norden
Rubjerg Knude Fyr 12
Blick oben nach Süden

Und endlich stehen wir auf dem Campingplatz Klitgaard Camping in Norre Lyngby. Völlig durchgefroren, weil am Leuchturm die gefühlte Temperatur durch den ungehinderten Wind auf 20 Grad unter Null gefallen ist. Im Womo sind es nur 12 Grad und ich muss neben dem Heizlüfter auch die Gasheizung eine Zeit lang anmachen, weil es sonst Stunden dauern würde, das Wageninnere auf 21 Grad zu kriegen. Immerhin ist es hier hinter den Bäumen windstill. Und Bernstein hat seinen eigenen Wald ...

Lyngby Camping

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