Die Reisen von Karin + Hartmut

Unser Navigationsgerät

Unser Wohnmobil hat auch eine "Head-Unit", "Infotainment-System" genannt, also eines dieser diese "Autoradio-Ersatz-Geräte" mit Bildschirm. Darauf läuft Android und das "kann alles". Leider ist "kann alles" im Alltag ziemlich nervig. Dennn wir brauchen während der Fahrt:

  • Radio hören - UKW
  • Radio hören - Internet
  • Kamera-Aufzeichnung ("Dashcam")
  • Navigation
  • Stau- und Baustellen-Meldungen
  • Verkehrslage von Google-Maps
  • Musikspieler für gespeicherte Musik
  • Freisprechanlage für mein Telefon

Besonders nervig ist die Lautstärke, die ja für alles da ist. Dreht man die Head-Unit leise, dann ist die Navigationsansage weg, dreht man schöne Musik laut, brüllt die Navigations-Trulla. Ganz abgesehen davon schafft das Gerät nicht alle Arbeiten auf einmal, die Aufzeichnung der Kamera braucht einiges an Rechenleistung.

Deshalb habe ich mir vor 3 jahren ein sehr preiswertes Smartphone gekauft: Cubot Max, 6-Zoll-Bildschirm, aber nicht so schmal, wie heute in Mode, kräftiger Prozessor, einiges an Speicher, SD-Karte, 2-SIM-Karten. Und das alles für nur 100 Euro. Für mich das Beste: es lässt sich ohne Probleme auf LineageOS umrüsten, also auf ein Android ohne Google und dieses Android bekommt bis jetzt (November 2020) alle 2 Monate ein Update. Traumhaft!

Dieses Handy arbeitet als Navigationsgerät und gibt dabei seine Ansagen auf einen Bluetooth-Lautsprecher vor dem Fahrer aus, die dadurch unabhängig von der Radio-Lautstärke sind. Gleichzeitig ist es unser "Internet-Accesspoint" (WLAN-Tethering), es steckt eine SIM-Karte (siehe unten) drin und die Daten werden per WLAN an unsere diversen "Alleskönner" weitergegeben. Ein Smartphone, das als Navigationsgerät arbeitet, verbraucht viel Strom und muss deshalb am Bordnetz hängen und "zufällig" zieht die Betriebsart "WLAN-Tethering" auch viel Strom. Sehr praktisch!

Osmand-Logo

Als Navigationsapp benutze ich Osmand, das arbeitet mit Offlinekarten von Openstreetmap und mit Karten im Gerätespeicher funktioniert die Navigation völlig unabhängig von der Internetverbindung. Falls Du Openstreetmap noch nicht kennst: deren Karten werden genauso gemacht wie die Wikipedia, jeder, der möchte, beteiligt sich und ergänzt die vorhandenen Daten. Die Karten sind kostenlos und immer hochaktuell. Wenn der Oberkreisdirektor das Eröffnungsband für die neue Umgehungsstraße feierlich durchschneidet, sitzt gleichzeitig ein Kartenzeichner an seinem Rechner und klickt die Straße von "im Bau" auf "in Betrieb". Wer sich danach Kartenmaterial herunterlädt, bei dem ist die Umgehungsstraße fertig. Falls irgendwo längere Zeit gebaut wird, da wird die Karte immer an den Baufortschritt angepasst. Ich werde demnächst eine Seite über Reiseplanung schreiben, da gehe ich genauer auf die Karten und die App ein.

Zur Auflockerung ein paar Links:

Osmand gibt es im Playstore in 2 Versionen:
Osmand kostenlos und
Osmand Plus für 15€
Beide Versionen arbeiten gleich, bei der kostenlosen Version ist der Kartendownload auf 7 Karten begrenzt. Es gibt aber auch noch Osmand beim freien Appstore Fdroid:
Osmand~
Das ist die Osmand-Plus-Version, die es hier zwar kostenlos gibt, aber mit der Bitte, eine Spende zu schicken. Ich lebe eigentlich von den Apps, die es bei Fdroid gibt, aber diese App habe ich im Playstore gekauft, weil sie so gut ist!

Was haben wir denn noch? Ach ja:
die Webseiten von Osmand und
die deutsche Informationsseite über Openstreetmap und die
Openstreetmap selbst.

Und jetzt ein paar Bilder zum Thema:

Navigation im Womo 1
Auf dem Land, gleich muss ich rechts abbiegen auf die Autobahn
Navigation im Womo 2
In der Stadt mit Fahrspuren
Navigation im Womo 3
Und sogar auf dem Wasser, denn Fähren sind auch in der Karte
Navigation im Womo 4
Eine neue Schnellstraße wird gebaut
Navigation im Womo 5
die Karte dazu stimmt genau, aller Umleitungsschlenker sind drin
Baustelle bei Maps
Dieselbe Baustelle bei Google-Maps
Navigation im Womo 6
Das Navi zeichnet die Fahrstrecke auf
Navigation im Womo 7
ich kann später genau sehen, wo ich getankt, eingekauft und Geld gezogen habe.
Derselbe Ausschnitt bei Maps
Derselbe Kartenausschnitt bei Google-Maps
Neubaugebiet bei Google
Ein Neubaugebiet bei Google-Maps
Neubaugebiert OSM
Ein Neubaugebiet bei Openstreetmap, selbst die Fußwege sind drin. Das ist bei uns "um die Ecke", deswegen kann ich sagen: alle fertigen Häuser sind auch in der Karte

Die "Head-Unit" zeichnet die "Dashcam" auf, spielt Musik ab, und zeigt Baustellen- und Stau-Infos an. Für die "Verkehrslage" von Google-Maps ist ein Tablet zuständig, das vom Beifahrer bedient wird. Der oder die ist auch für Telefonanrufe zuständig. Das Cubot Max versorgt uns mit Internet und erledigt die Navigation mit Ansagen über den Bluetooth-Lautsprecher. Das sind insgesamt 3 "Lautsprecher" mit jeweils voneinander unabhängiger Lautstärke. Keiner ist überfordert, das hat sich echt bewährt ...

Internet-SIM
Die Prepaid-Daten-SIM-Hülle

Unsere Internet-Verbindung

Ich habe in einem Forum von dieser Daten-SIM der Firma Hutchinson gelesen und konnte sie bei Ebay kaufen. Man bekommt für etwa 45€ eine reine Daten-SIM mit einer englischen Telefonnummer. Der Karte zugeordnet sind 24 GB Internet-Daten, die innerhalb von 2 Jahren zu nutzen sind. Der Zeitraum fängt an, wenn die SIM zum ersten Mal benutzt wird. Der entscheidende Vorteil: wir brauchen im Urlaub viele Daten, außerhalb des Urlaubs keine. Für uns ist also irgendein Vertrag über eine gewisse Menge für 4 Wochen Blödsinn.

Die SIM von Three ist genau das Richtige. Und: die Karte ist überall auf der Welt einsetzbar, auch in der Schweiz! Inzwischen gibt es schon ein paar deutsche Angebote in Sachen Daten für einen längeren Zeitraum. Gut hört sich im Moment für uns Reisende das Angebot von O2 an: Jahrespaket mit 30GB ...

Ach, noch was: ich habe wegen des ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnisses noch so ein Cubot Max gekauft und das nehmen wir mit, wenn wir das Wohnmobil verlassen. Und auch das zeichnet auf, wo wir rumlaufen bzw. mit dem Rad fahren. Mit den Aufzeichnungen kann ich später meine Fotos "geolokalisieren", d.h. ich kann zu jedem Foto sagen, wo es geknipst wurde. Fast auf den Meter genau. In dem Hand-Navi" steckt auch eine SIM-Karte drin, mit der wir unterwegs eine Internetverbindung haben. Diese SIM arbeitet in einem anderen Netz als die vom Navigationsgerät. Vorteil: wenn am Wohnmobilstellplatz das "normale" Netz nicht oder nur schwach vorhanden ist, dann nehmen wir das "Hand-Handy" mit dessen Netz. Damit gibt es immer Internet. Außer im Camp Hammer in der Eifel ...


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