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Technikwissen für Nichttechniker

Ein Server für Zuhause?


Braucht man nicht, kostet nur Geld, verbraucht Strom, zu kompliziert!

Stimmt! Allerdings: wenn man so denkt, kann man überhaupt viel Geld sparen. Aber ich kann ja mal über die einzelnen Probleme nachdenken.

Ein Server kann in der Regel zwei Dinge: er kann alle möglichen Daten speichern und liefern und er kann für's Internet konzipierte Seiten anbieten. Das erste nennt sich Fileserver und wird auch oft NAS genannt, was übersetzt heißt: (übers) Netzwerk Angeschlossener Speicher. Das zweite ist ein Webserver.

Zu Hause gibt es üblicherweise 2 Seiten des Netzwerkes: 1. das lokale Netzwerk oder "drinnen" und 2. das Internet-(zwerk) oder "draußen". Die beiden Arbeitsweisen eines Servers sind nicht auf eine Richtung begrenzt, aber die Anbindung nach "draußen" ist immer ein Sicherheitsproblem. Das gilt besonders für sensible Daten, die auf dem Server gespeichert werden, deshalb wird die Betriebsart NAS in der Regel nur für "drinnen" benutzt und wenn für "draußen", dann verschlüsselt.

Dateiserver oder NAS

Serverordner

Ich richte auf dem Server einen oder mehrere Ordner ein, weise sie Benutzern zu und richte auf den Arbeitsrechnern im Haus eine Verknüpfung zu diesen Ordnern ein. Das ist alles. Damit erscheint im Arbeitsrechner die sogenannte Freigabe auf dem Server als einfaches Verzeichnis wie jedes andere. Der Benutzer merkt normalerweise nicht, dass der Inhalt dieses Ordners nicht auf seinem Rechner gespeichert wird.

Hier rechts habe ich die Verknüpfung sehr deutlich gemacht durch den Unterordner "Server", SATURN heißt mein Server und und der Ordner auf dem Gerät heißt eben wie ich: "hartmut". Du kannst hier noch einen Verzeichnis außer "hartmut" sehen: "fueralle". Warum? Ganz einfach, der Ordner "hartmut" ist nur für Hartmut da, den Ordner "fueralle" dürfen alle angeschlossenen Rechner benutzen. Mit diesem Ordner kann man prima mal eben Dateien zwischen den Rechnern im Haus austauschen ...

Jetzt kommt das Wichtigste: die Ordner, die unter "hartmut" stehen, sind Kopien von meinem Arbeitsrechner! Also Backups! Denn mit dieser Konfiguration kann ich ganz einfach Daten, die ich sichern möchte, schnell mal eben mit der Maus "auf den Server ziehen". Damit habe ich ein Backup ohne USB oder DVD oder sonstige Verrenkungen. Und: diese Sicherheitskopien sind auf einem anderen Gerät auf einer anderen Festplatte in einem anderen Raum gespeichert. Damit kann nur noch ein Feuer meinen Daten etwas anhaben, denn der Server steht immer noch in meiner Wohnung. Noch sicherer wären meine Daten, wenn der Server woanders stehen würde. Allerdings habe ich dann keine physikalische Kontrolle mehr über das Ding, jemand anders könnte da ran gehen und die Festplatte kopieren ...

Webserver

Diese Betriebsart erscheint auf den ersten Blick überflüssig, denn es gibt ja schon Millionen von Internetseiten. Wozu jetzt noch meine? Jedoch: wenn Du dies liest, hatte ich schon einen Grund und sogar Erfolg mit meiner Idee. Und: außer stinknormalen Seiten kann ich ja z.B. auch Fotoalben auf einen Webserver speichern. So kann ich jedem überall meine Fotos zeigen. Z.B. gibt es in der Abteilung Diverses mehrere Alben, schau mal rein.

Dia von mir
Das können auch Fotos von anderen sein. Ich habe alle Dias von meinem Vater auf diese Art für meine Familie zugänglich gemacht, so brauchte ich keine USB-Sticks füttern, keine DVDs brennen und die Fotos sind jederzeit überall, wo ein Rechner am Internet hängt, abrufbar. Natürlich habe ich diese Alben mit geheimen Adressen versehen und Suchmaschinen dürfen sie nicht ansehen. Dies ist ein Dia von mir, geschossen ca. 1958 ...

Inzwischen ist der gesamte Inhalt meines Webservers (nicht des Dateiservers) 30 Gbyte groß mit gut 20.000 Dateien. Dafür müsste ich beim Profianbieter ca. 30 Euro im Monat zahlen. Damit bin ich beim ...


Stromverbrauch

Der ist ja nicht uninteressant bei einem Gerät, das - ich habe es noch nicht erwähnt - 24 Stunden am Tag läuft, 7 Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr, kurz: 24/7/365.

Mein alter Server ist speziell dafür gebaut, er braucht nur 4 Watt. Die angeschlossene Festplatte ist eine 2,5-Zoll-Notebookplatte, die keine eigene Stromversorgung braucht und sich den Saft im Wert von 2 Watt aus dem USB-Anschluss nimmt. Macht zusammen 6 Watt x 24 Stunden x 365 Tage = ca. 50 kW/h x 26 Cent ergibt knapp 14 Euro Stromkosten im Jahr. Zuviel für diesen Luxus?

Mein neuer Server ist nicht speziell dafür gebaut. Allerdings frisst er auch nicht soviel Strom, wie ein normaler PC. Er braucht samt Notebookplatte und Netzteil - also incl. aller Verluste - 20 Watt. Macht zusammen 20 Watt x 24 Stunden x 365 Tage = ca. 175 kWh x 26 Cent ergibt gut 45 Euro im Jahr. Zuviel für diesen Luxus, aber ich denke bereits über eine Versorgung per Solarpanel nach ...

Kompliziert

Kann bei einem nackten Kleinrechner sein, weil man erst das Betriebsystem installieren muss. War bei meinen Geräten nicht der Fall. Wenn ein Betriebssystem drauf ist, wird es einfach, denn sowohl der Dateiserver als auch der Webserver werden über grafische Oberflächen im Browser gesteuert ähnlich, wie Du es vielleicht schon vom Router kennst. Übrigends: moderne leistungsfähige Router kennen die Betriebsart Dateiserver auch schon. Dann wird es vom Stromverbrauch natürlich günstiger, denn die Dinger laufen ja schon 7/24/365. Vielleicht hast Du ja schon so einen ...


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