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Ein Reisebericht

Tag 26 - Montag

Zeltplatz am Loch Leven
Gern würde ich ans Ende der Halbinsel Kintyre fahren und einen Blick nach Irland werfen. Das Wetter ist heute wunderschön, es ist fast windstill, aber ich beschließe, doch lieber heute Abend in Stirling zu sein, denn von dort nach Rosyth sind es nur noch 50 Meilen, da bin ich auf der sicheren Seite in Straße zum Rannoch MoorSachen Fähre, in 30 Stunden muss ich dort sein. So führt der heutige Weg nach Südwesten hoch in die Ebene des Rannoch Moor. Die Straße führt durch ein Tal immer bergauf bis zum Rand eines großen Beckens, in dem das Moor liegt. Dies muss das Wintersportzentrum dieses Landes sein, einige jetzt stehende Lifte deuten darauf hin. Im Winter dürfte hier viel los sein, heute ist es langweilig, einige Bäche, viele Steine, große Feuchtgebiete, mehrere Parkplätze zum Fotografieren und genau diese einzige Straße.Das Rannoch Muir


 Ich mache eine Fotopause an einem leeren Parkstreifen, aber der zieht auch einen Bus an und dem entsteigen 3 Dutzend Japaner, die genau das gleiche wollen. Sie sehen mich mit dem ungewöhnlichen Gefährt und jetzt fristen bestimmt hunderte von digitalen Hartmuts und Bellas ein unbestimmtes Dasein auf irgendwelchen Computern im fernen Osten.


Bridge of OrchyAm Ausgang des Beckens steht ein Haufen Häuser, der nach der dortigen Brücke benannt ist: "Bridge of Orchy", die über den Orchy führt. Ein prima Platz für eine Mittagspause, denn die Sonne scheint und es steht auch eine Tisch-Bank-Kombination neben der alten Steinbrücke.

Weiter geht es auf der A85 bis zum Dorf Ledcharrie. Dort überquere ich den Fluss Dochart und fahre auf der anderen Talseite auf einer einsamen Single-Track-Road (Video) mit wunderschöner Aussicht weiter. Am Dorf Killin besichtige ich die Falls of Dochart, groß ausgeschildert, aber nicht ganz so hoch, wie die Niagarafälle. Also wieder zur A85.

Freizeitsee Loch EarnKurze Zeit später erreiche ich Loch Earn, an dessen Ufer die Nebenstraße Richtung Stirling verläuft. Dies ist das Sommerfreizeitgebiet: überall zeltende Angler am Ufer und eine riesige "Campingsite" am Ende bei Ardtroostaa. Ich muss sehr langsam fahren, denn die schmale, kurvige Straße ist sehr viel belebter als die A-Road, Wanderer, Radfahrer, Motorräder, alles ist vertreten, nur keine Schafe. Ein Wohnmobil von vorn und sogar ich mit dem Zweirad muss auf der Ausweichstelle warten.

In Sterling suche ich den Campingplatz, der im Osten der Stadt eingezeichnet ist, treffe aber auf eine Straßensperre und folge der Umleitung und damit den anderen Fahrzeugen. Und weil der Verkehr dicht ist und die Umleitung schmal, kann ich erst nach 15 Minuten wieder anhalten. Wo bin ich? Die Umleitung kurfte ziemlich heftig durch die Stadt, einige Kreisverkehre waren auch dabei und die Sonne ist nicht mehr zu sehen. Ich kann keinen hervorstechenden Punkt in meiner Umgebung ausmachen, den ich auch auf der Karte finden könnte. Auch das Schild an der Bushaltestelle hilft mir nicht weiter, weil ich ja keine Straßennamen in der Karte habe. Die Straße vor mir finde ich nicht in der Karte, sie sieht auch ziemlich neu aus. Ergebnis: ich habe keine Ahnung, wo ich bin, allenfalls bin ich noch sicher, in Schottland zu sein.
Wallace Monument
Mein ratloses Gesicht erweckt bei einem der Autofahrer wohl Mitleid, er hält an und hilft mir. Und eigentlich ist es ganz leicht: ich brauche nur 2 Kreisverkehre zurückzufahren, dann bin ich aus dem leichten Tal heraus und kann Stirling Castle sehen. Ab da habe ich die Himmelsrichtung wieder, kurz darauf kann ich den markanten Turm vom Wallace Monument ausmachen und der Campingplatz ist nur eine Frage und 10 Minuten weiter. Und das mit der neuen Straße war schon richtig erkannt. Besonders schlecht, wenn die auch noch parallel zur alten verläuft ...


Zeltplatz Bridge of Alan bei SterlingDer Platz liegt schön und dank der verlegten Hauptstraße ruhig am Fuß der Bergkette, hier suche ich mir die ruhigste Ecke und baue auf, gerade noch rechtzeitig vor dem abendlichen Regen. Kaum steht das Zelt, kommen neue Nachbarn: eine Familie mit zwei kleinen Kindern ...

22 Uhr 30: Nie wieder zelten auf einem Campingplatz, das nächste Mal nehme ich ein kleines Wohnmobil, das ich irgendwo in der Pampa weitab von allen kleinen Kindern der Welt abstellen kann!


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